Swami Ramalinga

Vorbilder

 

IV. Swami Ramalinga:

 

Ramalinga, genannt der Heilige von Vadalur (im südindischen Tamil Nada), wurde am 5. Okt. 1823 geboren und verschwand spurlos am 30. Januar 1874 im Alter von 51 Jahren. Er hat das Innere Licht, welches wir hier suchen, in einem solchen Maße verwirklicht, dass nicht nur sein Energiekörper, sondern auch sein physischer Körper von diesem Licht vollständig transformiert wurde. Mir ist kein anderer Mensch bekannt, der das Innere Licht in einem solch hohen Grad verkörpert hat.

 

 


Quelle: ramalinga-swami




Schon als Kind hatte er eine ungewöhnliche Ausstrahlung, die von allen, mit denen er in Berührung kam, angenehm empfunden wurde. Er lernte früh, dass die Welt nur „Maya“ ist, eine Luftspiegelung, wie er sie nannte. Im Alter von 9 Jahren schloss er sich in einem Zimmer ein und fing an, Gedichte und Lieder über das innere „Gnadenlicht“zu schreiben, das ihm alles Wissen ohne Mühe offenbarte:

Du hast mir alles Wissen eingeflößt, ohne mich der Mühe des Lernens zu unterwerfen, und das in solchem Maße, dass die Gelehrtesten zu mir kommen, um mehr zu lernen. Oh mein Gott! Mein einziger Halt! Du hast das Licht gestiftet, in dem ich alles Wissen und alle Weisheit und alles andere realisieren konnte, ohne dafür geschult zu sein.

Quelle: Dr. C. Srinivasan: An Introduction to the Philosophy of Ramalinga Swamiga. lLied 6 Kap. 11 Vers 23-24

Seine Lieder und Gedichte wurden in dem Werk „Der göttliche Gesang der Gnade“ gesammelt. Es gilt als das größte Meisterwerk der tamilischen Sprache. In diesen Versen geht es um die Stufen der Selbstverwirklichung und Transformation von Ramalingas Körper in einen "goldenen Körper der Liebe und des Lichts".

Ich betete für einen strahlenden Körper, der für immer Wind, Erde, Himmel, Feuer, Wasser, Sonne, Mond, Tod, Krankheit, Waffen, Planeten, Verletzungen und allem anderen widerstehen würde. Gott erfüllte meine Gebete und gab mir solch einen Körper.

ibid. Lied 6, Kap. 13, Vers 59
 

Oh Gott! Geliebter, nur um mir den goldenen Körper zu schenken, hast du, die universelle Liebe, dich mit meinem Herzen vereinigt. Dir selbst erlaubend, in mich einzuströmen, oh Geliebter, hast du meinen Körper mit dem Licht der Gnade verwandelt.

Lied 6, Kap.1 Vers 480

Dieser sein strahlender Körper konnte nicht fotographiert werden. Alle Fotos, die von ihm gemacht wurden, zeigte nur seine Kleidung. Auch zeigte sein Körper keinen Schatten. Er vollbrachte viele Wunder und Heilungen und war dennoch sehr schlicht, einfach, demütig, sanft und liebevoll.

1870 zog er sich in eine kleine bescheidene Hütte in einem kleinen Dorf in der Nähe von Vadalur zurück. Dort entwarf er einen Tempel, der den Prozess der Transformation verdeut-lichen sollte: Sieben von Vorhängen abgeteilte Räume standen für die menschlichen Leiden-schaften und Unwissenheit, die ein "ewiges Licht" im Innersten des Tempels verbargen. Dieses ewige Licht wurde durch einen 1,50 Meter hohen Glaskasten symbolisiert, in welchem ein Licht brannte. Dieses Licht sei das ewige, göttliche Licht der Seele voll von Liebe und Mitgefühl, das in jeder Seele brenne. Man müsse alles Vorhänge durchschreiten, um zu diesem Licht zu kommen. Er nannte es das "allerhöchste Gnadenlicht". Er bat seine Jünger und Zuhörer inständig, auf dieses Innere Licht hin zu meditieren, damit es ihnen offenbart würde. Doch musste er erkennen, dass seine Zeitgenossen nur an seinen Wundern und Heilungen interessiert waren, aber nicht an diesem Inneren Licht. So schrieb er:


Wir öffneten die Schatztruhe, aber keiner wollte den Schatz. So schlossen wir ihn wieder.
 

Aber er sah voraus, dass irgendwann viel später die Zeit reif würde, dass die Menschen wirkliches Interesse an diesem wahren inneren Schatz bekommen würden. Vielleicht ist diese Zeit ja jetzt angebrochen.

Kurze Zeit später ließ er sich in seiner Hütte einschliessen, um von dieser Welt zu gehen. Bevor er sich einschloss, sagte er seinen Jüngern: Der Raum wird, wenn ihr ihn wieder öffnet, leer sein. Kurze Zeit später sahen seine Jünger einen Blitz aus violettem Licht aus seiner Hütte dringen. Erst 3 Monate später wurde der Raum von Regierungsbeamten geöffnet, die dieses Geheimnis lüften wollten. Doch der Raum war leer.

Gangadharan, ein Jünger der Mutter Mira Alfassa, die mit Sri Aurobindo arbeitete, hatte eine Vision über die Vorgänge, die sich in dieser Hütte zugetagen hatten.
Vgl. „A vison of dematerialization of Ramalinga´s living body" in http://www.ramalinga.com

When he was thus absorbed in deep concentration, an effulgent truth-light of grace broke out from his heart and with its unique heat began to burn his radiant physical body very slowly, as at a snail's speed, and that in an upward direction, from the heart towards the head. The burning of the body may be somewhat likened to that of an incense-stick which however burns downwards by its inner heat of fire, forming ash covering but without the falling down of the ash-form. When the upper part of his radiant body was burnt completely from heart to head, there was left in its place a form of pure white substance, which also radiated its light of consciousness. The burnt part, however, showed all its features intact and clearly and even the burnt hair of his head was seen distinctly as luminous white hair. Then the heat of the pure light of grace descended to burn the lower part.

After the whole body was thus burnt, Vallalar was seen as a bodily form of pure white substance from head to foot, radiating its light. The white form kept intact all the different kinds of cells of his body and all the distinctive features and formations of his interior and exterior body. His bodily form did not shrink in size after the burning. I saw no visible flame nor sensed its heat during the burning of his living body, nor smoke, nor any bad smell as of burnt tissues, nor heard any cracking noise as of burnt bones. Instead, there was a sweet fragrance since the time his body began to burn and it spread everywhere. I sensed in my heart an ineffable calmness and silence, which gave me in turn a state of bliss.

Now a second stage of burning began. The unique heat of grace-light began to burn slowly Valalalar's luminous form of white substance from head to foot downwards. When his white substance-form full of its radiating light, was thus burnt completely, the white substance became very fine sub-atomic conscious particles, which permeated and pervaded the entire universe and the farther pure worlds of consciousness beyond. The fine, white and conscious particles with its radiating light also entered into and got distributed everywhere in the earth and even in matter. After the universal pervasive distribution of the particles, they could be seen no more and disappeared from my sight. Now there pervaded everywhere the sweet, soft and fine fragrance of camphor which gave my body a blissful sensation and enraptured my heart as well.

Then I had the rare vision of Vallalar's universal luminous golden form. In fact, the immensity of his golden form contained in it the whole universe. This form too disappeared from my view and was replaced by another vision in which I saw the golden light of truth-knowledge and grace entering into all the directions more speedily than the lightning. It permeated and pervaded the whole universe and the farther pure worlds of consciousness. It entered into our earth and all its crores of the physical forms of beings and objects and in the apparently insensible matter and even in the very dark realm of the vast in conscience. All the forms that were permeated by the golden light of truth changed into golden forms of beings and objects. The golden light entered into my whole Adhara including the physical body. My body felt in all the cells vibrations of ease and pleasantness.


Wir wollen natürlich wissen, wie Ramalinga eine solche Transformation bewerkstelligen konnte und welche „Techniken“ und Methoden er dazu anwendete. Die überraschende Antwortet lautet: Keine! Keine Techniken, keine Vorschriften, keine asketischen Übungen, keine Rituale!


Das Licht wird allein durch 2 Schlüssel geöffnet:

1) Inniges Mitgefühl für alle Wesen:

Gott ist in allen Lebewesen gegenwärtig und alle Lebewesen sind in Gott. Göttlich zu sein bedeute „fleischgewordene Güte und Mitgefühl“ zu werden. Deshalb lebte er auch rein vegetarisch. Nur durch die Entwicklung von Mitgefühl mit allen Lebewesen kann die universelle Liebe erreicht werden.

Ramalinga hatte unglaubliches Mitgefühl für alle Lebewesen. Es wird von ihm gesagt, dass er sogar über eine verwelkende Frucht oder Blume weinen konnte. Er gründete 1867 ein Haus zur Armenspeisung, das außerdem Reisenden, Alten und Bedürftigen Obdach bieten sollte. Dieses ist noch heute in Betrieb.

2) Unablässig an Licht und Liebe denken:

Diese Licht-Liebe erwacht erst dann, wenn man unablässig an das Licht und die Liebe denkt. Dann erst kann man sie fühlen und vor Liebe zergehen. Dann breitet sich eine wohltuende Wärme im Körper aus (das Licht-Gefühl) und das Herz wird ganz und gar von Licht und Liebe erfüllt.

Nach dieser Liebe haben so viele Yogis gesucht - indem sie sich kasteiten und asketisch lebten - und konnten sie doch nicht erlangen. Je mehr man dieser wärmenden Licht-Liebe Raum gibt, um so mehr wird auch der physische Körper verwandelt, so dass er zu einem goldenen Körper wird.

Im Lied 6 Kap. 99 beschreibt er diesen goldenen Körper:
Der Körper braucht keine Nahrung mehr, hat keine Verdauung, Ausscheidung, kein Wachstum oder Alterung. Die Haut wird weich und zart, Knochen werden biegsam, und durch den Körper fließt ständig ein Elixier. Die Naturgesetze herrschen nicht mehr und man wird unverwundbar, kann Tote auferwecken und alle Dinge nach Belieben erschaffen. Vom Körper geht dann ein goldenes Strahlen aus, das Licht und innigste Liebe ausstrahlt.


Diese 2 Schlüssel sollten wir anwenden!

 

Stand: Okt. 2017

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